Brian Eno über Zukunft & Glauben

Enos neues Album „Small Craft on a Milk Sea“.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/im-interview-brian-eno-angst-fuettert-sich-selbst-1.1019859-2

…Eno: Vielleicht. Nehmen wir die Regierungen. Sie fürchten sich vor allem davor, was die Fernsehnachrichten vom Abend und die Zeitungen von morgen über sie berichten. Eine ziemlich schlechte Voraussetzung für nachhaltiges Regieren, nicht? Unternehmen, zumindest die börsennotierten, denken ähnlich, die schauen nur nach dem Tageskurs, und allenfalls die Quartalszahlen interessieren

SZ: Ist Zukunft nicht immer Glaubenssache?

Eno:  Ich bin fest davon überzeugt, dass die Welt erst entsprechend der Vorstellungen, die wir uns von ihr machen, erschaffen wird. Ein gutes Beispiel dafür ist das, was nach dem 11. September passierte, die Welle von Panik und Paranoia, die Amerika erfasste. Die Kriege im Irak und in Afghanistan sind Belege dafür, dass die Angst vor einer gefährlichen Welt tatsächlich die Welt gefährlicher machen kann. Ein Prozess, der fatal an eine Panikattacke erinnert: Die Angst füttert sich sozusagen selbst. Indem man an die Apokalypse glaubt, macht man sie wahrscheinlicher – weil man sich entsprechend verhält.